Die aktuellen Corona-Regelungen für hessische Bildungseinrichtungen

Folgende Regelungen gelten in Hessen für die Durchführung von Bildungsangeboten in Präsenz (Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung vom 15.08.2020):
 

"Bei außerschulischen Bildungsangeboten sowie Aus-, Fort- und Weiterbildungsangeboten
muss der Unterricht so erfolgen, dass die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Hygiene
wo immer möglich beachtet werden können. Eine Gruppenobergrenze besteht nicht.

Die Regelungen gelten insbesondere für:

Ausbildung von Beamtinnen und Beamten sowie Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst
Berufsbildungswerk
Berufsfortbildungswerk
Berufsbildungseinrichtungen (über-, außer- und betriebliche)
Bildungsstätten des organisierten Sports
Fahrschulen
Kunstschulen
Musikschulen
Nachhilfeunterricht
Nichtanerkannte Ersatzschulen
Privatunterricht
Referendarausbildung
Unterricht im Rahmen von Bildungsurlaub
Volkshochschulen

Der praktische Fahrunterricht an Fahrschulen ist gestattet. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung wird dringend empfohlen, da das Abstandsgebot im praktischen Teil des Fahrunterrichts nicht eingehalten werden kann."

Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung, Stand 15.08.2020

Auslegungshinweise zur hessischen Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung

Aktuelle Corona-Informationen des Landes Hessen

Robert Koch-Institut

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

    Die hessische Corona-Verordnung wurde zum 15.08.2020 aktualisiert. Für den Weiterbildungsbereich sind demnach "die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Hygiene wo immer möglich zu beachten".

    Diese Formulierung bestätigt unsere Interpretation, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht mehr zwingend einzuhalten ist.

    Wir empfehlen allen hessischen Weiterbildungseinrichtungen, auch im Sinne des Verbraucherschutzes, der Einhaltung des Mindestabstands weiterhin höchste Priorität bei der Veranstaltungsplanung einzuräumen.

    Zu den Verordnungstexten und Auslegungshinweisen

    Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat mit dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard den Rahmen vorgegeben, wie die Bevölkerung durch Unterbrechung der Infektionsketten geschützt und die Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit gesichert werden kann.

    Der Arbeitsschutzstandard ist eine Richtschnur zur Auslegung des Arbeitsschutzgesetzes und Bestandteil der Gefährdungsbeurteilung des Arbeitgebers bei Pandemievorkehrungen auf der betrieblichen Ebene.

    Die Gesetzliche Unfallversicherung hat für verschiedene Branchen Leitfäden herausgebracht, um die Arbeitsschutzstandards in der Praxis umzusetzen. Wir verlinken hier Handlungsempfehlungen für:

    Unternehmen der beruflichen Bildung

    Musikschulen, Volkshochschulen, Nach- bzw. Schülerhilfen sowie weitere Unternehmen, die Angebote zur privaten Bildung durchführen

    Mehr Leitfäden für Unternehmen verschiedener Branchen

    Nähere Hinweise zur betrieblichen Pandemieplanung

    Die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe ist kein Ausschlussgrund für eine Weiterbildungsmaßnahme. Wohl aber die mit Corona einhergehenden Krankheitssymptome.

    Informieren Sie Beschäftigte, Lehrende und Teilnehmende vorab über die Verhaltensregeln in der Einrichtung. Dazu gehören auch Informationen, unter welchen Voraussetzungen die Teilnahme nicht gestattet ist. Weitere Risikofaktoren klären Sie am besten durch eine betriebsärztliche Beratung ab.

    Durch Selbstauskünfte können Sie sich bestätigen lassen, dass nur Personen die Einrichtung betreten, bei denen der Verdacht auf eine Infektion ausgeschlossen ist. Beachten Sie bei der Selbstauskunft datenschutzrechtliche Vorgaben zu Gesundheitsdaten.

    Personengruppen mit einem höheren Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf

    Laut Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung dürfen in Hessen Mensen, Hotels, Kantinen, Eisdielen, Eiscafés und andere Gewerbe Speisen und Getränke auch wieder zum Verzehr vor Ort anbieten, wenn sichergestellt ist, dass

    • insbesondere durch die Abstände der Tische der nach § 1 Abs. 1 gebotene Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann, sofern keine geeigneten Trennvorrichtungen vorhanden sind, und an einem Tisch nur Personen sitzen, denen der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum nach § 1 Abs. 1 Satz 1 gestattet ist,
    • Name, Anschrift und Telefonnummer der Teilnehmenden erfasst werden
    • sowie weitere Hygiene- und Schutzvorkehrungen getroffen werden.


    Übernachtungsangebote sind zulässig, wenn
    1. geeignete Hygienemaßnahmen nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts getroffen und überwacht werden sowie
    2. Aushänge zu den erforderlichen Abstands- und Hygienemaßnahmen erfolgen und
    3. zum Übernachtungsbetrieb gehörende Sauna-, Schwimm- und Wellnessbereiche ausschließlich von Übernachtungsgästen genutzt werden.

    Übernachtungsbetriebe dürfen keine Personen aufnehmen, die aus einem Gebiet außerhalb Hessens anreisen oder dort ihren Wohnsitz haben, in dem in den letzten sieben Tagen vor der geplanten Anreise die Zahl der Neuinfektionen mit dem SARS-CoV2-Virus nach den Feststellungen des Robert Koch-Instituts höher als 50 je 100 000 Einwohnern liegt.

    Das seit 20. Mai geltende "Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Veranstaltungsvertragsrecht" besagt, dass Veranstalter von Freizeitveranstaltungen, die aufgrund der
    Pandemie ausfallen mussten oder müssen, statt der Erstattung des Eintrittspreises einen Gutschein in Höhe des Eintrittspreises übergeben können. Dies gilt neben Freizeit-, Sport- und Kulturveranstaltungen auch für Sprach- und Musikkurse.

    Grundsätzlich müssen Sie Beiträge für Kurse, die wegen der Coronapandemie abgesagt wurden, erstatten. Wenn aber Ihr Angebot in den oben genannten Bereich fällt UND der Vertrag vor dem 8. März 2020 und damit vor dem Bekanntwerden des Ausmaßes der Pandemie geschlossen wurde, können Sie den Teilnehmenden statt der Erstattung auch einen Gutschein ausstellen. 

    Für berufliche Veranstaltungen wie etwa Fortbildungen, Fachmessen oder Kongresse findet das Gesetz keine Anwendung. Hier können Kunden*innen nach wie vor die Erstattung des Entgelts verlangen.

    Fragen und Antworten: Gutscheinlösung bei Veranstaltungsverträgen

    Ausführliche Infos auf der Seite des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz

    Die hessische Verbraucherzentrale spielt in ihrem Online-Vertragscheck mehrere Beispiele für Veranstaltungsabsagen durch. Diese beziehen sich zwar auch den Freizeitbereich, sind aber im Grunde auch auf Fort- und Weiterbildung anwendbar.

    Bei zeitunabhängigen Kursen oder Beratungen: Solange der Kurs bzw. die Termine auch noch später genutzt werden können, ist die Erbringung der Leistung grundsätzlich noch möglich. In diesem Fall müssen Sie das Entgelt nicht zurückerstatten.

    Wurden allerdings konkrete Termine vereinbart, ist die Leistungszeit als wesentlicher Vertragsbestandteil anzusehen. In dem Fall kann der/die Kunde*in vom Vertrag zurücktreten und die anteiligen Erstattungskosten für die nicht genutzten Anteile verlangen. 

    Alternative Online-Kurs: Nach Ansicht der Verbraucherzentrale muss berücksichtigt werden, wie stark die Erbringung der Leistung von einem persönlichen Kontakt vor Ort abhängig ist. 

    Wenn die Leistung ohne den persönlichen Kontakt nicht mehr möglich ist, stehen die Chancen gut für den Teilnehmenden - Sie müssten rückerstatten. Wenn ein Sprachkurs, ein Beratungsgespräch oder auch der Musikunterricht zum Beispiel auch per Telefon oder Internet stattfinden können, sollte sich der/die Kunde*in auf die vorübergehende Vertragsänderung einlassen – vorausgesetzt, es bestehen die technischen Möglichkeiten dazu.

    Streben Sie immer eine gütliche Einigung mit der anderen Vertragspartei an. Wenn das nicht möglich ist, empfehlen wir unbedingt, rechtlichen Rat einzuholen.

    Weitere Informationen

    Kerstin Zappe
    Projektleiterin Hessische Weiterbildungsdatenbank
    & Öffentlichkeitsarbeit

    069 9150129-13
    E-Mail schreiben

    Sie haben Fragen, Ergänzungen, gute Tipps für den Bildungsbereich? Dann schreiben Sie uns, wir rufen gern zurück.